Schriftliche Anfrage
19.07.2026
In einer Schriftlichen Anfrage (Drucksache 19/26 567) habe ich den Senat zur Situation rund um den Bierpinsel und den U-Bahnhof Schloßstraße in Steglitz befragt. Im Fokus standen dabei der langjährige Leerstand von Gewerbeflächen, defekte Fahrtreppen sowie Probleme bei der Aufenthaltsqualität und Sauberkeit unter der Tiburtiusbrücke.
Zentrale Ergebnisse der Anfrage
Leerstand der Gewerbeflächen: Die Gewerberäume am nordwestlichen Eingang des U-Bahnhofs Schloßstraße (Urbanis-Geschäfte) stehen bereits seit dem 31. März 2018 leer. Grund dafür ist der technische Sanierungsbedarf im Zuge der laufenden Grundinstandsetzung des U-Bahnhofs. Zudem werden Teile dieser Flächen für den barrierefreien Einbau eines neuen Aufzugs benötigt. Eine Wiedervermietung ist erst nach Abschluss der Bauarbeiten möglich.
Ausfall der Rolltreppen: Die Fahrtreppen am Ausgang Schildhornstraße wurden bereits 2009 bzw. 2018 außer Betrieb genommen oder zurückgebaut. Eine Wiederinbetriebnahme der Altanlagen ist unmöglich, da sie nicht mehr existieren. Ein Neueinbau erfolgt erst im Rahmen der aktuellen Bahnhofssanierung.
Sicherheit und Aufenthaltsqualität: Dem Senat liegen keine gesonderten Erhebungen zu den Auswirkungen des Leerstands vor. Zur Verbesserung der Situation fanden durch die BSR Grundreinigungen statt. Zudem wurde 2024 ein Projekt der aufsuchenden Straßensozialarbeit im Umfeld der Schloßstraße initiiert, das 2024 und 2025 vom Senat finanziert wurde, 2026 auch vom Bezirk unterstützt wird und für 2027 in der Abstimmung ist.
Keine bekannten Toiletten-Ersuchen: Dem Senat sind Ersuchen des Bezirksamts zur Errichtung einer öffentlichen Toilette im Bereich der Tiburtiusbrücke nicht bekannt. Das landesweite Toilettenkonzept und -netz (aus den Jahren 2017/2018) wurde seinerzeit von den Bezirken selbst standortbezogen geplant. Bezirke haben jedoch die Möglichkeit, über die Grundversorgung hinaus eigene Toiletten zu errichten.
Politische Bewertung
Die Antworten des Senats offenbaren einmal mehr, wie langwierig und belastend Großbaustellen im öffentlichen Nahverkehr für die Aufenthaltsqualität vor Ort sind. Dass Gewerbeflächen und Fahrtreppen im direkten Umfeld des architektonischen Wahrzeichens Bierpinsel seit Jahren brachliegen, zeugt von einem unbefriedigenden Sanierungsfortschritt, der den Bereich zu einem echten Problemraum macht. Positiv ist immerhin, dass das Projekt der aufsuchenden Straßensozialarbeit fortgeführt wird. Es greift jedoch zu kurz, wenn der Senat sich bei der Frage nach fehlenden sanitären Anlagen komplett aus der Verantwortung zieht und die Initiative allein beim Bezirk ablädt, obwohl die Problematik vor Ort im direkten Zusammenhang mit den langjährigen BVG-Baustellen steht.
Mein Fazit
Der Bereich rund um den Bierpinsel und den U-Bahnhof Schloßstraße leidet seit Jahren unter den Folgen von Stillstand, Baulärm und mangelnder Infrastruktur. Der Senat darf sich hier nicht hinter langwierigen Instandsetzungsterminen verstecken. Es braucht eine engere Koordinierung zwischen Land, BVG und Bezirk, um die Aufenthaltsqualität rasch zu verbessern, die Sauberkeit zu sichern und nach Abschluss der Bauarbeiten eine zügige Wiederbelebung der Gewerbe- und Verkehrsflächen zu garantieren.
Hier gehts zur schriftlichen Anfrage: Link
