Wegfall des VBB-Abo Azubi

Wegfall des VBB-Abo Azubi

Schriftliche Anfrage

30.10.2025

man in black jacket holding lighted sparkler

Mit meiner Kollegin Oda Hassepaß habe ich in einer Schriftlichen Anfrage (Drucksache 19/24 137) den Senat zu einem drängenden verkehrs- und sozialpolitischen Thema befragt: dem Wegfall des VBB-Abo Azubi zum Jahresende 2025 und der strukturellen Ungleichbehandlung von Auszubildenden im öffentlichen Dienst. Bezahlbare Mobilitätsangebote sind entscheidend, um Ausbildungsplätze im Land Berlin attraktiv zu gestalten.



Zentrale Ergebnisse der Anfrage

  • Nachfolgelösung: Der Senat plant für Anfang 2026 die Einführung eines vergünstigten Deutschlandtickets für Auszubildende (dual und vollschulisch), Beamtenanwärter im einfachen und mittleren Dienst sowie Freiwilligendienstleistende. Der Preis soll sich auf 60 Prozent des regulären Preises belaufen, was nach aktuellem Stand 37,80 Euro pro Monat entspricht.


  • Finanzierungsmodell: Bei dualen Ausbildungen schließt der Arbeitgeber einen Rahmenvertrag ab und muss einen Zuschuss von mindestens 35 Prozent zum Ticketpreis leisten. Bei vollschulischen Auszubildenden, Beamtenanwärtern und Freiwilligen übernimmt das Land Berlin diesen Zuschuss.


  • Haushalt und Kosten: Für ein berlin- oder verbundweites Ticket analog zum bisherigen Angebot rechnet der Senat mit Kosten von rund 12,5 Millionen Euro. Im aktuellen Haushaltsentwurf 2026/2027 sind hierfür jedoch nur 7,5 Millionen Euro vorgesehen.


  • Ungleichbehandlung (Hauptstadtzulage): Nachwuchskräfte im öffentlichen Dienst erhalten eine Hauptstadtzulage von bis zu 50 Euro. Aufgrund der Regelungen des Tarifvertrags kann dieser steuerfreie Zuschuss durch Dienststellen des Landes Berlin aktuell jedoch nur für die VBB-Zeitkarte Ausbildung (52,20 Euro) gewährt werden, nicht aber für das reguläre Deutschlandticket.


Politische Bewertung

Der angekündigte Übergang vom VBB-Abo Azubi auf ein neues Modell steht vor großen Herausforderungen. Die Umsetzung des neuen vergünstigten Deutschlandtickets für Anfang 2026 ist stark von der schwierigen Haushaltslage und dem finalen Beschluss des Doppelhaushalts abhängig. Dass die Vergünstigung für duale Auszubildende zudem an die Bereitschaft der Arbeitgeber geknüpft ist, Jobticket-Verträge abzuschließen, birgt die Gefahr, dass nicht alle Auszubildenden gleichermaßen profitieren. Weiterhin offenbart die Antwort des Senats, dass die bestehenden Tarifverträge zur Hauptstadtzulage dringend an das Zeitalter des Deutschlandtickets angepasst werden müssen, um steuerliche Benachteiligungen beim Ticketerwerb zu beenden.



Mein Fazit

Bezahlbare Mobilität darf kein Privileg sein und nicht von komplizierten Tarifstrukturen oder dem Goodwill einzelner Betriebe abhängen. Wir brauchen einen lückenlosen und unbürokratischen Übergang zu einem vergünstigten Ticketangebot ab 2026, das fair finanziert ist und ausnahmslos alle Nachwuchskräfte entlastet.



Hier gehts zur schriftlichen Anfrage: Link